Projektbeschreibung

Das Projekt von Martin Hampe besteht genau genommen aus zwei Aspekten und ist so gesehen doppelt gut. Zum einen haben er und seine Frau ihren 800 m² großen Garten vor zwei Jahren gezielt als ein Schlaraffenland für Wildbienen angelegt. „Wo immer es möglich war, wollten wir Wildwuchs zulassen und bienenfreundliche Pflanzen integrieren – von den Hecken und Spritzschutzstreifen am Haus über den Spielhügel der Kinder bis zur Meerschweinchen-Wiese dahinter“, erzählt der Werkstoffingenieur aus der Gemeinde Am Ettersberg. Inzwischen wachsen auf dem Grundstück über 150 verschiedene Pflanzen, die wertvolle Nektar- und Pollenquellen für die bedrohten Nützlinge sind. Dass sich dadurch nicht nur Wildbienen, sondern auch zahlreiche andere Tiere ansiedelten sei ein wunderbarer Nebeneffekt.

In Bezug auf Nisthilfen meint Martin Hampe: „Ich denke, dass eine kleinteilige und naturnahe Gartengestaltung mit natürlichen Nistmöglichkeiten wichtiger ist“, sagt Martin Hampe. „Ich habe unter anderem eine Sandfläche angelegt und es gibt viele vegetationsarme Stellen, wo Wildbienen nisten, darunter zwei Hummelvölker. Und unser Spielhügel hat sich als guter Ort für erdnistende Arten herauskristallisiert.“ Aber auch die unterschiedlich großen Gänge, die er in Hartholz gebohrt hat, wurden angenommen.

Spielhügel mit Nachtviole und Klatschmohn (das Hummelnest ist ca. 0,5 m hinter der Rutsche)

Der zweite Part des Bienenschutzprojekts besteht aus Wissensvermittlung und Hilfestellung für angehende Bienengärtner. Um anderen dabei zu helfen, Garten, Balkon oder Terrasse ebenfalls bienenfreundlich zu gestalten und somit zum Erhalt der Artenvielfalt beizutragen, hat der #beebetter-Gewinner die Homepage bienennutzgarten.de erstellt. Dort informiert er über die Lebensweisen verschiedener Wildbienenarten und behandelt das Thema Insektensterben. Das Herzstück der Seite aber ist der auf Wildbienen spezialisierte Pflanzenfinder. Dank Schlagwortsuche und zahlreichen Filtermöglichkeiten kann man damit für unterschiedliche Standorte und Ansprüche geeignete Bienenpflanzen finden. „Es gibt zwar eine Vielzahl von Listen, die Pflanzen für Wildbienen angeben, aber die notwendigen Zusatzinformationen fehlen oftmals“, erläutert Martin Hampe. „Angaben, die mir bei der eigenen Gartengestaltung gefehlt haben, habe ich deshalb beim Pflanzenfinder integriert.“ So geben die Beschreibungen nicht nur Auskunft über Aussehen und Eigenschaften, sondern auch über Blütenfarbe, optimale Wachstumsbedingungen, Bezugsquellen sowie den Nutzen für Wildbienen. Über 220 Pflanzen beinhaltet diese Sammlung inzwischen und soll weiterhin wachsen. Sein selbst gestecktes Ziel ist die Erweiterung auf 300 Pflanzen bis Ende Februar 2021. Das geschieht unter der Mitwirkung der Nutzer, die Pflanzenvorschläge machen können. Die Pflanzen werden dann, nach einer Prüfung der Relevanz für Wildbienen, in den Pflanzenfinder integriert. „So wird der Pflanzenfinder ein Stück weit interaktiv.“

Frank Creutzburg (Fa. Jeninsekt), selbstständiger Biologe und Wildbienenexperte in Thüringen, hat Martin Hampe in einem persönlichen Gespräch das ganze Feld der Wildbienen erstmal richtig begreiflich gemacht und stand auch anschließend mit Rat und Tat zur Verfügung. Stefan Arndt vom Botanischen Garten Jena hat sich dem Pflanzenfinder angenommen und die Liste auf Richtigkeit überprüft. „Auch die IT-Firma Logikwerk aus Meiningen hat mich, wie die beiden Experten auch, rein ehrenamtlich unterstützt, was meiner Ansicht nach sehr hoch einzuschätzen ist.“ Die Umsetzung der Homepage und des Pflanzenfinders lag letztendlich allerdings bei Martin Hampe selbst und hat ihn täglich zwei bis drei Stunden Arbeit gekostet und das über den Zeitraum eines Jahres.

Hintergrund

"Auf der Homepage habe ich das Bienen- und Insektensterben thematisiert, damit die Menschen verstehen, warum Gärten für den Erhalt der Artenvielfalt so wichtig sind“, erläutert Martin Hampe und ergänzt: „Wenn man mit offenen Augen durch die Landschaft läuft, die bei uns im Thüringer Becken stark landwirtschaftlich geprägt ist, weiß man um die aktuellen ökologischen Probleme. Mit der wildbienenfreundlichen Gestaltung des eigenen Gartens wollten wir dem etwas entgegensetzen.“,Gleichzeitig sollten seine beiden Kinder Platz zum Spielen haben. Und die Rechnung geht auf!

Bienenfreundlichkeit + eigener Nutzen = Bienennutzgarten

#beebetter-Gewinner Martin Hampe in seinem Bienennutzgarten

Stand der Dinge & neue Pläne

Die Seite bienennutzgarten.de ist dieses Jahr im April online gegangen. Bald darauf folgten regelmäßige Posts auf Facebook und Instagram. „Auf allen Kanälen habe ich bis jetzt ca. 10.000 Menschen online erreicht. Das beinhaltet aber nur die, die durch diverse Auswerteprogramme erfasst werden. Durch Zeitung und Radio dürfte die Reichweite erheblich größer sein“, so der #beebetter-Gewinner.

Einige Firmen haben den engagierten Bienengärtner bereits angefragt, um ihr Firmengelände mit seiner Hilfe wildbienenfreundlich zu gestalten. Sein größtes Ziel für die Zukunft ist, neben der Erweiterung des Pflanzenfinders, der regionale Wildbienen-, Insekten- und Naturschutz. Fördermittel für ein eigenes Projekt zum Schutz des Rotmilans hat er bereits beantragt. Weiterhin hielt Martin Hampe im Oktober einen Vortrag über das Leben, die Gefährdung und den Schutz von Wildbienen. Daraufhin gab es eine Anfrage des Bürgermeisters der Landgemeinde am Ettersberg, ob die Möglichkeit bestehe, dass er in beratender Funktion die Gemeinde unterstützt. Diese plant in den 14 zur Gemeinde gehörenden Dörfern mehrere Maßnahmen zum Schutz von Insekten.
„Ansonsten gilt es, die Leute aufzuklären, denn man merkt in Gesprächen, dass über Wildbienen so gut wie kein Wissen vorhanden ist“, so Martin Hampe.

Das #beebetter-Preisgeld in Höhe von 1000 Euro sollte ursprünglich zur Hälfte in ein geplantes Bienenschutzprojekt der Gemeinde und zur anderen Hälfte in einen Wildbienengarten an der Schule seiner Tochter fließen. „Es gibt für die ursprünglich angedachten Projekte inzwischen jedoch staatliche Förderprogramme bzw. Förderprogramme der Stiftung Naturschutz Thüringen, die ich beantragen werde, sodass ich das Preisgeld für meinen eigenen Garten verwenden kann, um ihn weiter hinsichtlich Blühfolge und Pflanzenvielfalt zu optimieren. Außerdem möchte ich mit einem kleinen Teil des Geldes einen Kalender mit den schönsten Motiven aus unserem Garten gestalten und ihn den Menschen zukommen lassen, die mich ehrenamtlich unterstützt haben.“

Unser Tipp

Bienennutzgarten-Pflanzenfinder

Wenn Sie ebenfalls einen „wilden“ Garten anlegen, oder Beete und Balkon bienenfreundlicher gestalten möchten, empfehlen wir, den Pflanzenfinder von Martin Hampe zu Rate zu ziehen. Probieren Sie es aus!

 

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