Kurz & knackig

Ein wichtiges Thema der Arche Noah Menden sind die Bienen, insbesondere die Wildbienen, und ihre Bedeutung für unsere Natur- und Kulturlandschaften sowie für unsere Ernährung. Vor allem Kindern und Jugendlichen möchte man begreiflich machen, warum Bienenschutz so wichtig ist und wie man Wildbienen nachhaltig helfen kann. Neben der Theorie wird auch die Praxis großgeschrieben, um das Wissen einerseits anschaulich zu vermitteln und es andererseits zu festigen. Damit die angehenden Bienenschützer die Lebensweisen verschiedener Wildbienenarten sowie ihre Rolle verstehen, dürfen sie beispielsweise Wildbienenhotels anlegen oder kleine Nisthilfen bauen. Doch sie lernen noch mehr, denn es genügt leider nicht, nur einen Nistplatz anzubieten. Damit sich Wildbienen tatsächlich ansiedeln, ist es wichtig, den richtigen Standort zu ermitteln. Ein pollen- und nektarreiches Pflanzenangebot im näheren Umfeld ist entscheidend, damit Bienen genügend Nahrung für sich und ihren Nachwuchs finden. Diese Kenntnisse werden im Naturschutzzentrum auf spannende Art und Weise vermittelt, aber auch praktisch angewendet.

Der Wildbienenpfad mit insgesamt 21 Stationen war ebenfalls ein lehrreiches Gemeinschaftsprojekt, das Schülerinnen und Schüler sowie ein Imker in Zusammenarbeit mit Mitgliedern des Regionalzentrums der Mendener Arche umgesetzt haben. „Bienen sind den Kindern aus ihrem alltäglichen Leben in der Regel bekannt. An ihnen lässt sich der Nutzen sowie die Bedeutung der Insekten für Mensch und Umwelt besonders gut veranschaulichen“, erklärt Gerda Hering, Mitbegründerin der Initiative. Mögliche Maßnahmen zum Schutz der Insekten und der Biodiversität lassen sich, ihrer Erfahrung nach, beim Begehen des Wildbienenpfades besonders gut erschließen. Auch der Umgang mit natürlichen Ressourcen und Nahrung lässt sich dabei anschaulich thematisieren. „Hinzu kommt der aktive Beitrag zum Schutz der Insekten, den der Wildbienenpfad mit sich bringt.“

Das Schild gibt Auskunft darüber, welche Insekten sich in diesem Insektenhotel niederlassen könnten und lädt zum Suchen ein

Beweggründe

Wenn von Bienen gesprochen wird, denken die meisten Menschen an die Bienen, um die sich der Imker kümmert. Ihre wildlebenden Verwandten hingegen, sind vielen kaum bekannt. Dabei sorgen in Deutschland über 550 Bienenarten für die Bestäubung von Blütenpflanzen. „Deshalb ist es essentiell, neben Honigbienen, auch die Wildbienen zu fördern“, sagt Ulrich Hering, Mitbegründer der Arche Noah und Vorsitzender des Fördervereins. „Wir möchten das Wissen über Wildbienen einer breiten Öffentlichkeit näher bringen, dazu gehören insbesondere Schulen und schulnahe Einrichtungen. Gerade junge Menschen sollten lernen, wie mit wenigen effizienten Hilfestellungen ein optimales Umfeld für Wildbienen entstehen kann.“

Die emsigen Bestäuber lassen sich gut ansiedeln und so gezielt für den Obst- oder Gemüsebau nutzen. „Außerdem sind Wildbienen, beispielsweise die Rote Mauerbiene, zur Beobachtung und Pflege bestens geeignet, da sie sehr "zahm" sind, also nicht stechen. Man kann sie ohne Gefahr auf der Haut krabbeln lassen, ihr Verhalten beobachten und zusehen, wie schnell neue Nisthilfen angenommen werden“, so Ulrich Hering.

Ein großes Anliegen der Arche-Mitglieder und ein wichtiger Vorsatz bei ihrer Bildungsarbeit ist es, Menschen aller Altersstufen, im Speziellen aber Kindern, ein Naturerleben mit Herz, Hand und Verstand zu ermöglichen. Auf diese Weise sollen sie einen bewussten Umgang mit der Natur, der Umwelt, den Mitmenschen und mit sich selbst erlernen. 

Eine der insgesamt 21 Stationen des Wildbienenpfads, der über das abwechslungsreiche Außengelände

Beschreibung

Nach der Schließung des Mendener Freibads "Arche Noah" im Jahr 2000, beschloss man, das gesamte Gelände naturnah umzugestalten. Aus dem Angelverein, der das ambitionierte Vorhaben angestoßen hatte, wurde der Förderverein Wasser und Naturschutz Arche Noah e.V. und aus dem ehemaligen Freibad innerhalb von sechs Jahren ein beeindruckendes Naturschutzzentrum. Seither können sich hier Familien, Schulklassen und Forscher jeden Alters mit Themen wie Energie, Klima, Artenvielfalt oder Wiese-, Wald und Wasser auseinandersetzen. Angebote und Projekte des Arche-Fördervereins orientieren sich an den Leitlinien der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), um Kindern aber auch Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln zu vermitteln. 

Lehrreiche Pfade führen durch das Außengelände des Naturschutzzentrums Arche Noah Menden

Zum Naturschutzzentrum gehört neben Ausstellungs- und Schulungsräumen auch ein großes Freiluftklassenzimmer: eine weitläufige, naturnah angelegte Außenfläche mit einer Vielzahl unterschiedlichster Biotope. Das bepflanzte Gelände beträgt rund 26.000 m² und umfasst unter anderem eine Blühwiese, Kräuterbeete, Hochbeete, eine Streuobstwiese, ein Waldstück und einen Auwald. Bei der Gestaltung der Fläche wurden auch die Bedürfnisse von Bienen und anderen Insekten berücksichtigt. „Für Wildbienen sind verschiedenste Biotope angelegt worden, sodass sie sowohl Brutmöglichkeiten als auch Nahrungsquellen finden können. Es gibt ein Sandflugfeld, einen Lehmbruch, Trockenmauern, Totholzhaufen, den Wildbienenlehrpfad und viele Wildbienenhotels mit verschiedenartigen Brutmöglichkeiten“, erzählt Ulrich Hering.

Bei der Erstbepflanzung wurden die bereits vorhandenen Gehölze um 170 weitere Sträucher und Bäume ergänzt. Dafür wählte man blühfreudige Arten wie Weißdorn, Schlehe, Hundsrose, Holunder, Eberesche, Eibe und Schneeball. In sämtlichen Beeten sind bienenfreundliche Stauden zu finden, darunter Sonnenhut, Ackerrittersporn, Akelei, Wilde Malve, Wegwarte, Wasserdost und vieles mehr. Die artenreiche Wild- und Kräuterwiese zieht Honigbienen, Wildbienen und andere Insekten gleichermaßen an.

Imkerkurs für Kinder - auch die Bienenhaltung ist ein Thema, das im Naturschutzzentrum auf anschauliche Art und Weise vermittelt wird

„Mittlerweile haben wir erreicht, dass wir nicht nur auf unserer Anlage im Wildbienenschutz tätig sind, sondern auch mit vielen Schulen, Stiftungen, Unternehmen und Organisationen zusammenarbeiten, um etwas für die bedrohten Nützlinge zu tun“, erzählt Ulrich Hering zufrieden. Zu den bisherigen Aktionen in Kooperation mit anderen Einrichtungen zählen beispielsweise Schulaktionen mit dem Gymnasium an der Hönne und dem Walburgis Gymansium, der Bau von einem großen Wildbienenhotel zusammen mit einer Realschule, das auf einem Dorfplatz aufgestellt werden sollte, sowie der Bau von kleinen Wildbienenhotels für verschiedene Schulveranstaltungen oder Projektwochen.

Weitere Pläne & Ziele

„Wir hoffen, dass unser Wildbienenpfad, der ja erst in diesem Frühjahr fertig war, nach Corona verstärkt angenommen wird. Allerdings haben wir bereits verschiedene Möglichkeiten ausgearbeitet, um das Thema Wildbienen auf anderem Wege zu vermitteln. Vorstellen könnten wir uns zum Beispiel das Arbeiten in Kleingruppen im Außengelände und Webinare für Schulen“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das mit dem #beebetter-Award 2020 in der Kategorie "Institutionen" einhergeht, soll in weitere pädagogische Angebote fließen. Denkbar wäre beispielsweise die Entwicklung einer digitalen Rundreise über den Wildbienenpfad.

Gerda und Ulrich Hering freuen sich über den #beebetter-Award 2020

Unser Tipp

Mehr erfahren

Weitere Infos über das Wildbienen-Projekt und über die Welt der Wildbienen findet man auf der speziell für dieses Thema angelegten Wildbienenseite unter www.archebinometer.de

Mehr über das Naturschutz- & BNE Regionalzentrum und die Menschen dahinter, informative Videos und Beiträge, Öffnungszeiten sowie aktuelle Angebote finden Sie auf der Webseite der Arche Noah.

 

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