Zweifarbige Schneckenhausbiene

Die Zweifarbige Schneckenhausbiene sticht nicht nur durch ihren rostroten Hinterleib und den schwarzen Kopf hervor. Diese erstaunliche Wildbiene, die zur Gattung der Mauerbienen zählt, nistet in Schneckenhäusern. Dafür sucht sich diese Wildbienenart ab Anfang März leere Gehäuse kleinerer Schnecken wie der Bänderschnecke. Diese bestückt sie zunächst mit einem Proviantpaket aus Pollenhonig, legt anschließend ein Ei darauf und beginnt dann ein aufwändiges Prozedere. Den Eingang verschließt die Schenckenhausbiene mit zerkautem Blätterbrei und dreht ihn dann nach unten. Zur Tarnung bedeckt sie das gefüllte Schneckenhaus zu guter Letzt emsig mit kleinen Zweigen und Halmen. 
Die Zweifarbige Schneckenhausbiene kommt in fast allen Gebieten Deutschlands vor. Bemerkenswert ist
, dass diese Wildbienenart das Bundesland Schleswig-Holstein eher meidet. Vermutlich liegt es an den kälteren Temperaturen und der widrigen Witterung. Denn die Schneckenhausbiene mag es lieber warm und ist an Temperaturen aus dem südlichen Nordeuropa bis nördliches Südeuropa gewöhnt.

Schneckenhausbienen nutzen leere Schneckenbehausungen als Nistplatz

Gemeine Furchenbiene

Eine Wildbiene mit besonderen Wohnungsvorlieben ist die Gemeine Furchenbiene. Bereits die geringe Körpergröße ist ein besonderes Merkmal, mit nur 7-10 mm ist die Gemeine Furchenbiene deutlich kleiner als z.B. die Honigbiene. Ungewöhnlich ist aber auch die Art der Brutpflege, denn anders als die meisten Wildbienenarten, leben Furchenbienen nicht solitär, also allein, sondern in eusozialen Gemeinschaften. Das bedeutet, dass diese Bienen Nahrungssuche und Brutpflege zusammen bewerkstelligen. Ihr präferiertes Wohngebiet sind sonnenbeschienene und trockene Steilwände. Aber auch kältere und feuchtere Lebensräume nehmen sie an. Nach der Überwinterung fliegen die begatteten Weibchen im März und April aus, um für neuen Nachwuchs zu sorgen. Oftmals graben Furchenbienen die Brutgänge allein, manchmal tun sich dafür jedoch auch mehrere Tiere zusammen. Die Eier legen sie in mit Vorräten gefüllten Zellen in Hohlräumen am Ende der Nistgänge ab. Im Sommer oder Spätsommer schlüpfen weibliche sowie männliche Furchenbienen und paaren sich. Während die männlichen Drohnen den Herbst nicht überleben, überwintern die Weibchen in Erdlöchern, zum Beispiel im verschlossenen Nest, und beginnen das Brutgeschäft erst im Folgejahr.
Die Gemeine Furchenbiene kommt in ganz Deutschland vor.

Gemeine Furchenbiene (Lasioglossum calceatum)

Keulhornbiene

Keulhornbienen haben einen schwarzen, schlanken Körper sowie kurze keulenförmige Fühler und sind nicht sonderlich beharrt. Diese Wildbienenart fliegt erst gegen Ende des Sommers aus ihrem Brutplatz heraus. Häufig kann man beobachten, dass sie sich im Herbst zum Beispiel hohle Stängel von Brombeer, Holunder, Königskerze oder Distel als Winterquartier suchen. Doch sie überwintern nicht nur in Pflanzenstängeln, sie nutzen diese auch als Kinderstube für den Nachwuchs. Die einzelnen Brutzellen legen Keulhornbienen hintereinander an und versehen sie mit je einem Ei sowie mit Larvenfutter aus Pollen und Nektar. Anschließend legen die Weibchen ein ungewöhnliches Verhalten an den Tag, denn anders als die meisten Wildbienenarten hüten sie ihren Brutplatz. Oft halten sie sich im oder am Nesteingang auf, verschließen ihn bei drohender Gefahr durch andere Tiere und lassen zur Abschreckung hohe Töne vernehmen. Wenn nach sechs bis acht Wochen die ersten Bienen schlüpfen, lernen die Weibchen ihren Nachwuchs sogar kurz kennen, bevor sie zum Winter hin sterben. 
Die Gattung der Keulhornbienen kommt auf allen Kontinenten mit vielen Arten vor. In Deutschland ist sie mit drei Arten vertreten. 

Keulhornbienen nutzen markhaltige Pflanzenstängel, zum Beispiel von Holunder, als Winterquartier und Kinderstube

Mohn-Mauerbiene

Mehrere Arten der Gattung Osmia verwenden ausschließlich Ausschnitte von Blütenblättern zum Bau der Brutzellen, so auch die Mohn-Mauerbiene. Bevorzugt sucht sie sich einen trockenen Nistplatz mit Wiesen und Feldern. In den Sommermonaten Juni und Juli, zur Hauptblütezeit der roten Wiesenblumen, hat auch sie Saison. Allerdings bekommt man sie nur selten zu sehen, da sie in ihrem Nest verschwindet, sobald sich ihr ein Mensch bis auf wenige Metern nähert. Auch der Bau ihres Brutplatzes ist besonders: Die Weibchen bohren eine vier Zentimeter lange Röhre in sandigen Boden und kleiden die Wände des Hohlraums mit Mohnblütenblättern aus, um so die Larven zu schützen. Ähnlich verhalten sich übrigens Blattschneiderbienen, die Blattteile zum Auskleiden ihrer Nester verwenden. 
Wegen ihrer Abhängigkeit von bestimmten Lebensräumen, Pflanzen und Futterquellen ist die Mohn-Mauerbiene in ihrem Bestand bedroht und steht in Deutschland auf der Roten Liste. 

Mohn-Mauerbienen tapezieren ihre Brutzellen mit Mohnblüten

Blauschwarze Holzbiene

Die Blaue Holzbiene, auch Große Blaue Holzbiene, oder Blauschwarze Holzbiene genannt, ist eine besonders auffällige Erscheinung und mit 23 bis 28 Millimetern die größte heimische Bienenart. Während der Körper blau-schwarz glänzt, schillern die Flügel dunkelblau bis violett. Im Gegensatz zur Mohn-Mauerbiene ist die Blaue Holzbiene keineswegs scheu und lässt sich gut beobachten. Sie lebt bevorzugt da, wo es Totholz oder morsches Holz und eine große Blütenvielfalt gibt - ganz gleich ob mitten in der Stadt oder auf dem Land. Bei der Futtersuche verwendet diese große Wildbiene eine besondere Technik: Wenn sie nicht an Pollen und Nektar einer tiefen Blüte gelangt, beißt sie seitlich ein Loch in die Blütenwand und bedient sich auf diese Weise, oftmals ohne die Blume zu bestäuben. Bei der Blauen Holzbiene überwintern Männchen und Weibchen in geschützten Quartieren wie trockenen Mauer- oder Holzspalten. Nach der Paarung Ende April, beginnen die Weibchen mit dem Nestbau. Dafür nagen sie mit größter Ausdauer und mit teils deutlich hörbarem Schaben Brutröhren in trockenes Holz. In die einzelnen Brutkammern legen sie einen Pollenvorrat und jeweils ein Ei. Nachdem die Larven den Futtervorrat verzehrt haben, verpuppen sich und schlüpfen im Sommer, indem sie sich aus dem Holz heraus knabbern. Diese Blaue Holzbiene erobert Deutschland zunehmend und ist inzwischen bundesweit verbreitet.

 

Holzbienen nagen mit ihren kräftigen Kauwerkzeugen Brutröhre ins Holz

Unser Tipp

Wildbienenhelfer - Wildbienen & Blühpflanzen

Anja Eder ist Designerin, Fotografin, Autorin und leidenschaftliche Bienenhelferin. Sie engagiert sich nicht nur im eigenen Garten für die kleinen Nützlinge, mit ihrem Buch "Wildbienenhelfer" führt sie die Leser in die faszinierende Welt der Wildbienen und zeigt, was man tun kann, um den Insekten zu helfen. 

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